Das Bildungssystem in Österreich
Das Bildungssystem in Österreich ist ähnlich aufgebaut wie das in Deutschland und der Schweiz. Von der elementaren Bildung bis hin zum Universitätsabschluss – jeder Mensch durchläuft zumindest in den ersten Jahren dasselbe System, wobei immer das Leistungsprinzip vorherrschend ist. Allgemeine Schulpflicht beträgt in Österreich neun Jahre.
In Österreich gibt es zunächst die Elementarstufe, was eine Kinderkrippe, der Kindergarten und der Hort sein kann. Alternativ gibt es Tagesmütter oder auch Spielgruppen, die auf eine Vorschul-Förderung abzielen. Die Kinderbetreuung ist Länder- und Gemeindesache, das heißt, Kosten unterscheiden sich mit jedem Bundesland.
Mit dem vollendeten sechsten Lebensjahr sind Kinder schulpflichtig und müssen die erste Klasse der Grundschule besuchen. Ausnahmen bilden Sonderschulen mit integrativem Unterricht, in denen auch Kinder höheren Alters eingeschult werden können, wenn diese noch keine Schulreife haben. Vier Jahre lang müssen Kinder die Primarstufe besuchen, anschließend geht es in die Sekundarstufe 1.
In der Sekundarstufe 1 trennen sich die Wege vieler Schüler, denn hier eröffnen sich – je nach erzielter Leistung in der Primarstufe – viele Optionen. Es gibt die gängige Volksschul-Oberschule, Hauptschulen, allgemeinbildende höhere Schulen und wieder Schulen mit sonderpädagogischer Förderung. Von der fünften bis zur achten Schulstufe werden Kinder hier in den verschiedenen Institutionen unterrichtet.
Auch in der Sekundarstufe 2 werden Schülern und Schülerinnern einige Möglichkeiten eröffnet. Je nach vorherigem Schulabschluss, Empfehlungen der Lehrer und individuellen Interessen, kann zwischen Polytechnischen Schulen, dem dualen System (Berufsschule und Lehre), einer Ausbildung im Gesundheitswesen, berufsbildende mittlere und höhere Schulen, dem Berufsvorbereitungsjahr und der Oberstufe der allgemeinbildenden höheren Schulen gewählt werden.
Zu guter Letzt gibt es den Postsekundär- und Tertiär-Bereich. Schüler und Schülerinnen, die einen erfolgreichen Abschluss in den allgemeinbildenden höheren Schulen erzielt oder die Studienberechtigungsprüfung mit Bravour bestanden haben, erhalten automatisch Zugang zu Akademien, Kollegs, Pädagogischen Hochschulen, Fachhochschulen und Universitäten. Viele junge Menschen nutzen neben den höheren Bildungsangeboten auch die Chance zur beruflichen Weiterbildung nach einer bereits abgeschlossenen Ausbildung. In kaum einem Land gibt es in diesem Bereich eine so große institutionelle Vielfalt, wie in Österreich.
Die Zahl der Hochschulabsolventen liegt in Österreich bei gerade einmal durchschnittlich 12 Prozent, was im Vergleich zu anderen Ländern der EU eher bescheiden ausfällt. Dafür erzielen über 80 Prozent aller Schülerinnen und Schüler einen Abschluss der Sekundarstufe 2, was die Statistik wieder etwas aufwertet.