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Lehrer werden als Quereinsteiger

Als Quereinsteiger Lehrer werden

Nicht immer ist es nach der Schulzeit sofort klar, welcher Beruf ergriffen werden soll. Nach der Matura kann daher ein Auslandsaufenthalt dazu genutzt werden, sich über seine Vorstellungen und Möglichkeiten klar zu werden, um sich dann für eine Ausbildung oder ein Studium zu entscheiden. Oft sind Männer und Frauen zufrieden mit dem, was sie erlernt haben. Es kann jedoch vorkommen, dass sich die Prioritäten verschieben und nach einer gewissen Zeit ein anderer Beruf interessant erscheint. Wer sich beispielsweise für den Lehrerberuf interessiert, hat ab Herbst leichter die Möglichkeit, auch als Quereinsteiger diesen Job zu ergreifen.

Bald bessere Voraussetzungen

Wer in der Vergangenheit ein Studium in einem Fach absolviert hat, das mit einem Unterrichtsfach an der Schule vergleichbar ist, kann jetzt in relativ kurzer Zeit zum Lehrer ausgebildet werden. So ist es beispielsweise als Physiker möglich, nach einer Zusatzausbildung als Physiklehrer an einer Schule zu unterrichten. Natürlich ist das auch für weitere Fächer wie Germanistik, Biologie, Anglistik oder ähnliche möglich.

Ermöglicht wird den Absolventen dies, da ihnen zukünftig ein größerer Anteil ihres ursprünglichen Studiums angerechnet wird als es bisher der Fall gewesen ist. Ein zusätzlicher Anreiz kann sein, dass Seminare, die für die pädagogische Ausbildung noch nachgeholt werden müssen, berufsbegleitend belegt werden können, sodass durch sie kein finanzieller Engpass entsteht. Schon nach einem Jahr Studium können sie dann als Lehrer arbeiten.
Allerdings ist es im Rahmen des neuen Modells sowohl für neue Studenten als auch für Quereinsteiger verpflichtend, an einem Aufnahmeverfahren teilzunehmen und seine Eignung unter Beweis zu stellen.

Oft höheres Einstiegsgehalt

Bisher war es für Nicht-Lehrer relativ schwer, einen Fuß in die Tür der Schulen zu bekommen. Zwar war es generell möglich, Akademiker wurden jedoch nur genommen, wenn eine studierter Lehrer nicht vorhanden war. Auch das niedrige Einstiegsgehalt von ungefähr 2.200 Euro lohnte sich für Menschen aus der Praxis oft nicht, die bereits mehrere Jahre berufstätig waren. Je nachdem, in welchem Bereich sie tätig werden, wird ihnen jetzt eine mehrjährige Berufstätigkeit eingerechnet, sodass das Einstiegsgehalt höher liegt.

Dazu kam, dass die Arbeitsverträge oft nicht langfristig abgeschlossen wurden. Stand nach einer gewissen Zeit ein Lehrer mit entsprechendem Studium wieder zur Verfügung, zog der Quereinsteiger im Zweifelsfall den kürzeren und musste seinen Platz räumen. Erschwerend kam außerdem hinzu, dass ein Lehrer zwei Fächer unterrichten musste – für den Physiker stellte dies ein großes Problem dar. Für Quereinsteiger ist das allerdings jetzt keine Voraussetzung mehr.

Es ist für Österreich im Rahmen der Pensionierungswelle, die bis 2025 auftreten wird, kaum möglich gewesen, Akademikern diesen Quereinstieg nicht zu ermöglichen. In den kommenden Jahren wird die Hälfte der Lehrer, die in Österreich arbeiten, in Pension gehen und ihren wohlverdienten Lebensabend genießen.

Lehrerin oder Lehrer werden?

Lehrer: Aus Berufung unterrichten

Der Beruf des Lehrers scheint vor allem für Schüler erstrebenswert zu sein: Jeden Nachmittag, am Wochenende und in den Ferien gibt es scheinbar viel Freizeit, die nach Lust und Laune frei eingeteilt werden kann. Allerdings stimmt diese Vorstellung mit der Realität in keinster Weise überein, da auch nach Schulende verschiedenste Tätigkeiten erledigt werden müssen. Dennoch ist die Ausbildung zum Lehrer häufig etwas, was nach der Matura gewählt wird.

Soziale Kompetenzen zwingend notwendig

Allerdings sind die Anforderungen an zukünftige Lehrer nicht gerade niedrig. Es geht hierbei nicht ausschließlich um das Fachwissen, dass sie sich in einem Studium aneignen, sondern vor allem um die sozialen Kompetenzen. Da Eltern unter bestimmten Voraussetzungen nicht immer die Erziehung ihrer Kinder vollständig und zur Zufriedenheit aller übernehmen können, sind die Lehrer diejenigen, die einen Teil davon während der Schulzeit weiterführen. Fehlt der Respekt der Schüler vor dem Lehrer, kann diese Arbeit sehr belastend sein. Gleichzeitig kann es aber passieren, dass die Schüler ihren Lehrer als wichtige Bezugsperson sehen, der ihnen den Weg in eine bessere Zukunft ebnet.

Damit er seine Arbeit zur Zufriedenheit der Schüler, der Eltern, aber auch zu seiner eigenen erfüllen kann, ist es wichtig, dass er sich zu diesem Job berufen fühlt. Der Umgang mit Heranwachsenden, sie zu verstehen und sich für sie zu engagieren, sollte eine Selbstverständlichkeit sein, wenn sich Männer und Frauen für diese Ausbildung interessieren. Gleichzeitig müssen sie psychisch stabil sein und selbstbewusst vor Menschen auftreten können.

Lehrer Ausbildung – Studium an Universität oder Pädagogischer Hochschule

Wer sich trotz der möglichen Schwierigkeiten, die im Laufe des Arbeitslebens auf ihn zukommen können, als Lehrer sieht, kann zurzeit noch nach der Matura verschiedene Ausbildungswege in Anspruch nehmen. Um an einer Volks-, Haupt, oder Sonderschule unterrichten zu dürfen, ist ein Studium an einer Pädagogischen Hochschule notwendig. Nach mindestens sechs Semestern wird es mit dem Bakkalaureat abgeschlossen. An der Universität dauert das Studium mindestens neun Semester und endet mit dem Magisterium. Nach einem einjährigen Unterrichtspraktikum kann an einer mittleren oder höheren Schule unterrichtet werden.

Neues Ausbildungsmodell ab Herbst 2014

Diese Varianten sind allerdings durch das neue Lehrerbildungsmodell nicht mehr lange möglich. Schon ab Herbst 2014 wird dieses Modell an den ersten Standorten eingesetzt. Egal ob an einer Pädagogischen Hochschule oder der Universität studiert wird, ist dann immer ein Bachelorstudium von acht Semestern notwendig, dem sich ein Masterstudium anschließt, das bis zu 1,5 Jahre dauert. Das einjährige Unterrichtspraktikum im Anschluss daran bleibt erhalten. Neu ist außerdem, dass alle Studenten ein Aufnahmeverfahren durchlaufen müssen, bevor sie an Hochschule oder Universität angenommen werden.

Auslandsaufenthalte für angehende Lehrer dank Erasmus+

Interessant für angehende Lehrer ist während des Studium ein Auslandsaufenthalt, bei dem an einer anderen Universität studiert wird. Es gibt verschiedene Partneruniversitäten, die dafür in Frage kommen. Das Programm, über das solche Aufenthalte organisiert werden, hieß bisher Erasmus, nennt sich nun Erasmus+. Um an einem Austausch teilzunehmen, muss das erste Studienjahr mit gutem Erfolg abgeschlossen sein. Da viele Orte sich in fremdsprachigen Ländern befinden, muss der Student außerdem bereit sein, die fremde Sprache zu lernen. Seminare, die erfolgreich besucht werden, werden in der Regel an der österreichischen Universität anerkannt, sodass der Zeitverlust gering ist.

Wer bereits die österreichische Studienbeihilfe erhält, muss sich beim Erhalt eines Erasmus-Stipendiums keine Sorgen machen, dass die Beihilfe gekürzt wird.

Legasthenie und Rechtschreibschwächen

Nicht nur die PISA-Studien haben gezeigt, dass in Österreich viele Schüler Schwächen in punkto Schreiben und Lesen aufweisen. Wenn Kinder und Jugendliche diesbezüglich ihren Mitschülern hinterherhinken, muss dies aber nicht auf mangelnden Fleiß, Ehrgeiz und Einsatz hinweisen. Die Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) ist der Oberbegriff für alle Lernstörungen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Schriftsprache stehen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen werden nicht selten einfach als faul und unwillig eingestuft, obgleich ihnen schlichtweg grundlegende Voraussetzungen für das Erlernen von Lesen und Schreiben fehlen.

Was ist Legasthenie?

Der Terminus „Legasthenie“ basiert auf dem lateinischen Wort „legere“ (lesen) und dem altgriechischen Wort „????????“ bzw. „asthéneia“ (Schwäche) – bedeutet also Leseschwäche. Es ist mitunter auch von Lese-Rechtschreib-Störung, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten und kurz LRS die Rede. Dabei handelt es sich um eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache. Legastheniker haben Probleme, das Gesprochene in geschriebener Sprache festzuhalten und umgekehrt. Diverse Ursachen werden diskutiert, die auch in Wechselwirkung zueinander stehen können. Eine genetische Disposition kann ebenso verantwortlich zeichnen wie Probleme bei der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung, der Verarbeitung der Sprache und der phonologischen Bewusstheit.

LRS bzw. Legasthenie: Primärsymptome

Genauer gesagt ist die Legasthenie eine Sonderform der Lese-Rechtschreibschwäche (LRS). Kennzeichnend ist eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz und eine auffallende LRS. Die übrigen Lernleistungen bleiben unbeeinträchtigt. Doch wie können Eltern und Lehrer feststellen, ob ein Kind oder Jugendlicher daran leidet? Wie kann sich eine Lese-Rechtschreibschwäche äußern? So einfach sind diese Fragen nicht zu beantworten, da die Erscheinungsformen einer LRS sehr vielfältig sind. Folgende Primärsymptome können auftreten.
Rechtschreibung:

  • Spiegelbildlich geschriebene Buchstaben,
  • falsche Buchstabenreihenfolge,
  • Buchstabenverwechslungen und -auslassungen,
  • das Hinzufügung von Buchstaben,
  • Verwechslung von harten und weichen Konsonanten,
  • sehr undeutliches Schriftbild.

Lesen:

  • Auffallend verlangsamtes Lesetempo,
  • holpriges, unrhythmisches Lesen,
  • fehlendes Lese-Sinnverständnis,
  • Verwechslung der einzelnen Buchstaben.

Wodurch äußert sich LRS noch?

Schüler, die an Legasthenie bzw. Lese-Rechtschreibschwäche leiden, können klingende Laute oft nicht voneinander unterscheiden. Unterschiede in der Raumlage können nicht wahrgenommen werden. Dazu kommt, dass das Gehörte und Gesehene nur schwer behalten werden kann. Eine fehlerhafte Rechts-links-Unterscheidung kann ebenso zum Tragen kommen wie Gleichgewichtsprobleme und Schwierigkeiten in der Feinmotorik oder Koordinationsfähigkeit. Oft weist ein schlecht leserliches Schriftbild auf LRS hin. Folgende Verhaltensauffälligkeiten und andere Begleiterscheinungen sind feststellbar:

  • Nervosität
  • Konzentrationsstörungen
  • Vermeidungsverhalten,
  • Wutausbrüche und Aggressivität,
  • psychosomatische Beschwerden
  • vermindertes Selbstwertgefühl und/oder auch
  • Schulangst.

Kann die Legasthenie behandelt werden?

Heutzutage kann die Legasthenie sehr effektiv behandelt werden, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Präventive Maßnahmen vor dem eigentlichen Schriftspracherwerb oder im ersten Schuljahr sind von Erfolg gekrönt. Die Diagnose und Förderung der phonologischen Bewusstheit gelten als Basis für die folgenden präventiven Maßnahmen. Werden potentielle Schwierigkeiten erkannt und schnell angegangen, bevor Probleme im Schriftspracherwerb in Erscheinung treten, ist die Chance dem Problem Herr zu werden also groß. Experten gehen vielfach davon aus, dass die Hauptursache für Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und der Rechtschreibung in einem subtilen Sprachdefizit, genauer gesagt in einem Defizit der phonologischen Verarbeitung zu sehen ist. Eine Diagnose der Lese- und Rechtschreibentwicklung in den ersten vier Schulstufen ist beispielsweise anhand des Salzburger Lese- und Rechtschreibtests (Landerl, Wimmer & Moser, 1997) möglich.

Deutschschwächen durch Chat Sprache

Österreich ist bei der PISA-Studie 2009 im Bereich Lesen wesentlich abgestürzt. Die österreichischen Schüler konnten bei der Lesekompetenz nur noch 470 Punkte für sich beanspruchen. Österreich rangierte damit unter den 34 teilnehmenden OECD-Staaten auf Platz 31 und lag nur noch vor der Türkei, Chile und Mexiko. Doch nicht nur in Bezug auf das Lesen, auch in Hinblick auf das Schreiben, also die Rechtschreibung und Grammatik, liegt einiges im Argen. Auch die sogenannte Chat Sprache wird dafür verantwortlich gemacht, dass es mit der deutschen Sprache nicht mehr so wirklich klappen mag.

Schule: Österreich im Fokus

Im Schuljahr 2011/12 besuchten in Österreich 1,1 Millionen Schüler eine öffentliche Schule oder eine Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht. 3,5 % sind nicht versetzt worden. In der Regel schaffen mehr als 70 % der nicht versetzten Schüler durch Wiederholungsprüfungen bzw. Beschlüsse der Klassenkonferenz das Klassenziel. Welche Maßnahmen vonnöten sind, um Deutschschwächen zu überwinden, kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden. Nicht immer führt eine gesteigerte Anstrengung zu den gewünschten Resultaten. Helfen Einsatz und Fleiß nicht, kann eine Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) vorliegen.

Was ist LRS? bzw. Was sind Lernstörungen?

LRS ist der Oberbegriff für alle Lernstörungen, die im Zusammenhang mit dem Erwerb von Schriftsprache stehen. Entsprechende Fähigkeiten im Bereich der Motorik, der Wahrnehmung und der Sensorik (z.B.: Hören, Sehen usw.) sowie deren Integration gelten als Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb. Diese Fähigkeiten entwickeln sich vorwiegend in den ersten sechs Lebensjahren. Liegen Schwächen oder Störungen in einzelnen Bereichen (Teilleistungsschwächen) vor, können Schwierigkeiten beim Erwerb von Sprache und Schriftsprache ausgelöst werden. Die Legasthenie ist eine Sonderform der LRS. Eine durchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz und eine auffallende LRS gelten als Kennzeichen, wobei die übrigen Lernleistungen unbeeinträchtigt sind. So kann es sein, dass

  • in punkto Rechtschreibung Buchstaben spiegelbildlich geschrieben werden (q – p, d – b, n – u),
  • ein fehlendes Lese-Sinnverständnis vorliegt,
  • ähnlich klingende Laute nicht voneinander unterschieden werden können,
  • Gehörtes und Gesehenes nur schwer behalten werden kann oder auch
  • Konzentrationsstörungen vorliegen.

Die negativen Auswirkungen der Chat Sprache

Es gibt in Österreich viele Lehrer bzw. Pädagogen, die der Auffassung sind, dass Kinder und Jugendliche es durch das Chatten und Simsen verlernt haben, sich schriftlich verständlich und korrekt auszudrücken. Experten vertreten sogar die Meinung, dass in Österreich die schlechten Ergebnisse der PISA-Studie 2010 beim Lesen auf die Internet- und Handy-Kommunikation zurückzuführen seien. Kinder und Jugendliche verbringen zunehmend viel Zeit im Internet. Sie chatten mit ihren Freunden, Bekannten und auch Familienangehörigen – das Briefeschreiben ist längst out, weil auch im Vergleich zu zeitintensiv. Nicht die Hochsprache dient der Verständigung, sondern es werden Dialekte und Mundarten gepflegt. Durch Abkürzungen für Symbole und Begriffe wird verhindert, dass ganze Sätze geschrieben werden. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die der Rechtschreibung und Grammatik nicht mächtig sind, unterhalten sich gar nicht mehr nach der Schrift. Das Abkürzen von Wörtern führt dazu, dass der eigentliche Lesefluss im Rahmen einer korrekten Sprache gestört wird. Die Chat Sprache kann demnach ihren Teil dazu beitragen, dass Deutschschwächen überhaupt erst zum Tragen kommen.

Chatten und Simsen als Chance

Das Chatten und Simsen per se stellt aber nicht das ausschlaggebende Problem in Hinblick auf Deutschschwächen dar – vielmehr das Chatten und Simsen in Dialekt oder Mundart. Würden Kinder und Jugendliche in korrekter deutscher Sprache miteinander kommunizieren, könnten die neuen Kommunikationsarten vielmehr dazu beitragen, Schwächen zu beseitigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen. Das Sprachgefühl könnte trainiert und somit positiv beeinflusst werden. Fest steht, dass der ständige Gebrauch von Dialekt-Ausdrücken, unkorrekt geschriebenen Wörtern und Abkürzungen sich negativ auf das Sprachgefühl auswirkt.